bösediva

Godzilla fühlt sich frei

Wer die ausverkauften GODZILLA-Vorstellungen im Februar verpasst hat, bekommt hier noch einmal eine Chance: Der zweite Streich von bösediva in den Sophiensaelen nach LOU BLUE und vor FR. MONSTER in einer neuen Fassung. Ein Abend Monstercamp-Popart-Theaters nach Vorschrift der Satzung des Internationalen Sekretariats für neosurrealistische Bühnenkunst.

Godzilla quält sich aus seiner Wohnung, die Treppe hinunter. Die Stadt ist grau und kalt, das hat er schon aus dem Fenster gesehen, das wird heute alles nichts. Auf der Straße sieht Godzilla sich vorsichtig um. Seit Tagen wird er von Edie Sedgwick verfolgt. Heute: niemand da. Godzilla fühlt sich frei.
Schneewittchen ist Sekretärin des SPD-Ortsvereins Schachthausen. Die Satzung soll geändert werden. Alle sieben Zwerge wollen in den Vorstand. Aber die Parteizentrale in Berlin sperrt sich. Für die Probleme der Basis fehlt den Funktionären in der Hauptstadt das Verständnis.
Dann setzt die Arbeiterbewegung sich in Bewegung. Mit langsamen Schritten schleppt sie sich ans Meer. Mit ihrem riesigen Schwanz schlägt sie noch ein paar Ölraffinerien zu Brei. Die Düsenjäger des Großkaptials feuern gnadenlos Raketen auf ihren hässlichen pockennarbigen Panzer ab. Waidwund und blutend jault sie auf. Sie geht ins Wasser. Sie versinkt. Sie ist weg. Godzilla, Schneewittchen, der Arbeiter und die Kunst sitzen am Ufer und winken. Was nun? Godzilla schafft es noch rechtzeitig zu seinem Termin. Im Jobcenter sagt die Betreuerin: "Sie sind schwer zu vermitteln, bleiben Sie doch Künstler."

www.boesediva.de
Trailer hier: www.boesediva.de/godzilla.html



bösediva arbeitet an einer Maschine, die Theater in bildende Kunst verwandelt. Die Spannung zwischen den romantischen Impulsen theatraler und literarischer Narrative und der ideologiefreien Reinheit des Kunstobjektes ist ein wichtiger Gegenstand der Recherche. Andere Gegenstände sind die verschwimmenden Grenzen zwischen den Geschlechtern, der weiblichen und männlichen Körper und ihrer Darstellung. bösediva arbeitet mit den Mitteln der Performance, der Video- und Klanginstallation, arbeitet postvirtuos und in der Tradition des romantischen Dekonstruktivismus. bösediva sind Robin Detje und Elisa Duca. Sie arbeiten mit dem Musiker Jochen Arbeit (Einstürzende Neubauten) und den Videokünstlern Chris Kondek und Rebecca Salvadori zusammen. Bisherige Produktionen in den Sophiensælen: Lou Blue (2009), Godzilla fühlt sich frei (2010) Fr. Monster (2010), Doppelhamlet (2013).



Godzilla: Martin Clausen
Schneewittchen: Elisa Duca
Der Arbeiter: Robin Detje
Godzilla jr.: Alma Zwach

Musik: Jochen Arbeit
Chefdramaturg: Michael Eberth
Godzillakostüm: Nina Claasen
Assistenz: Lydia Merkel

Dank an: Ulf Schwurack

Eine Produktion von bösediva, Sophiensaele und Associazione Culturale Ca' Rossa, Bologna.

Foto © bösediva



Aufführungen

2010
dezember
01 02 
20:30 UHR


ORT
Virchowsaal
















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