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Politiken des Sprechens (in Kunst und Kultur) #3

Schnell überhitzen die Debatten, wenn es um Themen wie Rassismus in Deutschland und die Auseinandersetzung mit dem deutschen kolonialen Erbe geht. Die Suche nach einer Gesprächskultur, die wirklich alle einschließt und nicht gesellschaftliche Machtstrukturen weiterschreibt ist lange noch nicht abgeschlossen. Wer spricht eigentlich? Wer spricht wie über und für wen? Und vor allem: Wer wird gehört? Das Theater glaubt an die Wirkmacht von Sprache – und an die künstlerische Freiheit. Ist dann aber jede Entscheidung gegen bestimmte Stimmen mit Zensur gleichzusetzen? Welche künstlerischen Taktiken gibt es, um die Debatte über Re-Präsentationen auf die Bühne zu bringen? Angelehnt an drei Produktionen in unserem Spielplan verständigen wir uns über diese und weitere Fragen mit Künstler_innen, Expert_innen und dem Publikum in einer Tischgesellschaft Plus. Den Abschluss der Reihe bildet ein Abend als Gesprächs-Parcours.

 

Tischgesselschaft PLUS

 

JUNI 16  | 21.45 UHR | IM ANSCHLUSS AN SCHÄDEL X VON FLINN WORKS 

Tieranatomisches Theater | Humboldt-Universität Campus Nord

Moderation Manuela Bauche IMPULSE Mnyaka Sururu Mboro, Larissa Förster, Flinn Works (Sophia Stepf, Konradin Kunze)


Manuela Bauche ist Historikerin mit einem Schwerpunkt in der Geschichte des deutschen Kolonialismus und von wissenschaftlichen Expeditionen. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Geschichte und Kultur in Afrika der Universität Leipzig, Referentin für politische Bildung am August Bebel Institut in Berlin und ist zur Zeit am Museum für Naturkunde Berlin tätig. Sie forschte zum Zusammenhang zwischen medizinischen Praktiken und kolonialer wie nicht-kolonialer Herrschaft und leitete zahlreiche Bildungsprojekte zur Geschichte des deutschen Kolonialismus. Sie ist eine von fünf Autorinnen des unabhängigen Audioguides kolonialismusimkasten.de, der die Darstellung der Geschichte des deutschen Kolonialismus in der Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums kritisch kommentiert.


Mnyaka Sururu Mboro, geboren 1951 am Fuße des Kilimanjaro im damals britischen Mandatsgebiet Tanganyika, lebt seit 1978 in Deutschland. Er war Bauingenieur und Berufsschullehrer. Als Aktivist kämpft er seit vielen Jahren für die Anerkennung der deutschen Kolonialverbrechen und des afrikanischen Widerstandes durch die Bundesregierung. Besonders engagiert er sich für die Rückführung von menschlichen Gebeinen, die während der Kolonialzeit für rassistische Forschung geraubt worden sind. M.S. Mboro ist Vorstandsmitglied bei Berlin Postkolonial und führt interessierte Gruppen durch das postkoloniale Berlin.


Larissa Förster ist Ethnologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin des CARMaH (Centre for Anthropological Research on Museums and Heritage). Sie arbeitet zur Geschichte des südlichen Afrika, zu postkolonialen Erinnerungskulturen und zur Genese von universitären und musealen Sammlungen in der deutschen Kolonialzeit, sowie zur Debatte um die Rückgabe von Artefakten und menschlichen Überresten aus der Kolonialzeit.


FLINN WORKS entwickelt gemeinsam mit unterschiedlichen internationalen Musiker_innen und Performer_innen multiperspektivische Stücke zur globalisierten Welt, zuletzt Songs of the T-shirt und Shilpa - The Indian Singer App. Seit 2016 beschäftigt sich Flinn Works in mehreren Projekten (Maji Maji Flava, Schädel X) mit der deutschen Kolonialvergangenheit.


WEITERE TERMINE

Abschlussgesprächsrunde  | Juni 28 | 19.00 Uhr



SCHÄDEL X läuft im Rahmen des Performing Arts Festival Berlin / 13.-18. Juni 2017.

Die Diskussion im Anschluss an die Vorstellung von SCHÄDEL X findet in Kooperation mit dem Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik statt.


>> Mehr Informationen und Tickets zu SCHÄDEL X



Aufführungen

2017
juni
16 
21:45 UHR


ORT
Tieranatomisches Theater




Auf Deutsch - in German















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