| „Tanzstück #4“ stellt mit fünf Tänzerinnen und Tänzer die Frage nach dem realen Körper im Raum in einer zunehmend virtualisierten Welt. Der Körper wird in Chétouanes Tanzsprache begriffen als ein Ort der Abwesenheit, in dem das Subjekt seinen „Leib“ erst durch die Reflexion mittels Bewegungen über seine Präsenz(en) gegenüber Zeit (Erinnerungen, Traumata, Bilder) und Raum (Wahrnehmung in der Gegenwart) rekonstruieren kann. Was bedeutet das für das „Zusammenleben“ in einer Gesellschaft, in der nur Ichs zu existieren scheinen und in der sich doch viele nach einem neuen Kollektiv sehnen? Was bedeutet „Zeit teilen“? „Raum“ teilen? „Menschsein“ teilen? „Animalität“ teilen? „Vergangenheit“ teilen? „Geschichte“ teilen? „Tanzstück #4“ macht sich auf den Weg zu einem utopischen Bild von einem Kollektiv für die Zukunft. „Miteinander fremd sein ist unvermeidlich, notwendig, außer vielleicht wenn der Abend graut.“ Aus: „Comment Vivre Ensemble – Cours et Séminaires au college de France” von Roland Barthes „Laurent Chétouane versucht ein scheinbares Paradox: sich des Unkontrollierten zu bemächtigen, ohne es festzuhalten. Und dies dann auch noch einem Publikum zu vermitteln. Mit seiner wissenschaftlich geschulten Fähigkeit zur Durchdringung bohrt er seinen Scharfsinn ins Nebelgebiet der menschlichen Darstellungskunst. Um eine Lösung zu finden? Lösen: ins Offene gelangen. Nuancen der inneren Bereitschaft, das absichtslose Loslassen und Greifen lassen eine Aufführung gelingen, machen Freiheit spürbar.“ (tanzjournal) November 14*) Publikumsgespräch mit Waffeln Choreografie: Laurent Chétouane Mitarbeit: Antje Velsinger Tanz: Lisa Densem, Sigal Zouk, Jan Burkhardt, Matthieu Burner, Joris Camelin Video: Anna Henckel-Donnersmarck Lichtdesign: Andreas Juchheim Kostüm: Sophie Reble Eine Produktion von Laurent Chétouane, Maison de la Culture d’Amiens, Tanzquartier Wien, PACT Zollverein Essen und Sophiensaele. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Mit Unterstützung von Dock 11, Berlin. Foto © Oliver Fantitsch zurück |
Aufführungen 2009 November 13)(14* 20 Uhr Ort Festsaal |