| Die Regisseurin Monika Gintersdorfer und der bildende Künstler Knut Klaßen arbeiten in „Logobi“ mit dem ivorischen Tänzer und Choreografen Gotta Depri und dem deutschen Schauspieler Hauke Heumann zusammen. Traditioneller Tanz ist in der Elfenbeinküste eine ausdifferenzierte und konkret verstandene Sprache, die sich erst vor internationalen BesucherInnen oder touristischem Publikum zu einem nur noch in der Form wahrnehmbaren oder folkloristisch-unterhaltsamem Ereignis reduziert. In „Logobi“ demonstriert Gotta Depri traditionelle Tanzformen, verlangsamt, dekonstruiert sie für ein nicht eingeweihtes, deutsches Publikum und setzt sie in Beziehung zu den modernen, populären urbanen Tänzen der westafrikanischen Metropole Abidjan. Er erklärt z.B., wie der traditionelle Tanz Mapouka für die Pornoindustrie vermarktbar wurde oder warum der moderne Straßentanz Logobi in seiner gestischen Ausdruckskraft dem Regentanz aus dem Dorf näher ist als dem europäischen zeitgenössischen Tanz. „Ich verstehe ihn nicht, aber ich tanze ihn,“ sagt Gotta Depri über den zeitgenössischen Tanz, der seit ca. 10 Jahren verstärkt an den professionellen Tanzschulen in Abidjan unterrichtet und mit europäischen Fördergeldern unterstützt wird. In der für Gintersdorfer / Klaßen typischen Kombination aus Bewegung und Text vermittelt er die Kontexte, in denen er in Europa und Afrika auftritt, in ihren Zugangsbedingungen, Traditionen und Ästhetiken. Logobi z.B. ist ein Straßentanz, in dem der Tänzer mit seinen Bewegungen sagt, komm nur her, schau mich an, ich werde bald ein Star, aber vorher kann ich dich noch mal verprügeln. Von: Gintersdorfer / Klaßen. Mit: Gotta Depri, Hauke Heumann Kostüme: Abdoulaye Kone alias Bobwear Eine Produktion von Gintersdorfer / Klaßen. Gefördert aus Mitteln der Ilse und Dr. Horst Rusch-Stiftung. Foto © Knut Klaßen zurück |
Aufführungen 2009 März 19)(20)(21 20 Uhr Ort Festsaal |