Kiezkantine VI

Kiez und Kunst in der Kantine: Rund um die Sophiensæle finden sich auch abseits der Mitte-Klischees lebendige Strukturen, soziales Engagement und vielfältige persönliche Geschichten. Alle zwei Monate öffnen wir die Kantine für den Kiez und laden bei gemeinsam zubereiteter Suppe zu einem Kennenlernen der Nachbarschaft, der Künstler_innen und des Publikums der Sophiensæle ein.

Jede Ausgabe wird von einem Thema gerahmt – im März: Das große Sammeln. Kunst und Klänge, Daten und Dokumente - so einiges wird im Kiez gesammelt. Treffen Sie spannende Sammler_innen und vergrößern Sie ihren persönlichen Erfahrungsschatz!

 

GÄSTE

 

INGOLF HAEDICKE ist Musikexperte und Bastler mit einer Werkstatt in der Sophienstraße. Nachdem er lange für den DDR-Rundfunk Sendungen produzierte, die etwa zu Beatles-Fanpost aus der ganzen Welt führten, legte er für die Musikwissenschaft der Humboldt-Universität das Schallarchiv an und sammelte über Jahre hinweg verschiedenste Tonträger – von Schellackplatten bis Kassetten. Während seiner Lehrtätigkeit entstanden außerdem eine Sammlung von Abspiel- und Aufnahmegeräten sowie zahlreiche Nachbauten von historischen Instrumenten, die er gemeinsam mit Studierenden weiterentwickelt. Einige der Geräte bringt er in die KiezKantine mit.

 

Erika und Rolf Hoffmann begannen 1968, zeitgenössische Kunst zu sammeln. Anfangs erwarben sie insbesondere Arbeiten von befreundeten Künstler_innen, doch mit wachsender Leidenschaft zogen sie bald größere Kreise. Nach dem Fall der Mauer wollte das Ehepaar aus dem Rheinland aktiv den Wandel in den damals neuen Bundesländern mitgestalten und dazu auch die Sammlung öffentlich zugänglich machen – und kam 1994 auf der Suche nach geeigneten Räumen in die Sophienstraße. Seit dem Tod ihres Mannes führt Erika Hoffmann das gemeinsame Werk allein fort und öffnet schon seit 20 Jahren samstags ihr Zuhause.

www.sammlung-hoffmann.de

 

MARKUS MARSCHNER wurde zufällig zum Sammler von alten Gebetsbüchern - als überzeugter Atheist. Aus seiner katholischen Heimatstadt erbte er gleich zwei Sammlungen, die er schließlich durch Flohmarktbesuche und Geschenke weiter wachsen ließ. Zum Teil jahrhunderte alte Bücher, Heiligenbilder und sündige Notizzettel für den Beichtstuhl bringt er nun mit zur KiezKantine.

 

LUTZ MAUERSBERGER liebt das Sammeln und seinen Kiez. Beides verbindet er im BERLIN MITTE ARCHIV. Was in den 70ern mit ein paar Postkarten begann, ist mittlerweile zu einem Archiv mit 30.000 Bildmotiven gewachsen und gehört damit zu einer der größten Sammlungen ihrer Art. Seit 2016 kann man in der Online-Datenbank auf etwa 12.000 Bildmotive zugreifen. Das Archiv unterstützt Recherchen in weiteren Archiven und privaten Sammlungen sowie auch zu Akten und Dokumenten einzelner Straßen, Gebäude oder Personen. Der Bestand ist in zahlreichen stadtgeschichtlichen Ausstellungen und Publikationen vertreten.

www.berlin-mitte-archiv.com

 

40 Jahre lang sammelte die Geheimpolizei der DDR Informationen über ihre Bürger_innen. 111 Regal-Kilometer Schriftgut sowie zahlreiche Foto-, Film- und Tondokumente, die trotz massiver Aktenvernichtung durch die Stasi erhalten geblieben sind, verdeutlichen das Ausmaß dieser Überwachung. Ein Schaufenster in das Stasi-Unterlagen-Archiv bietet die Stasi-Mediathek. Grundsatzdokumente und Themensammlungen geben Einblick in Ereignisse und Schicksale. Norman Kirsten und Sascha Plischke stellen das Online-Angebot vor.



Foto © Arne Schmitt



Kieztreff


Aufführungen

2017
märz
22 
19:00 UHR


ORT
Kantine




Auf Deutsch - in German















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