Xavier Le Roy

Self Unfinished

Ein Tisch, ein Sessel. Ein großgewachsener Mann nimmt Platz und mimt einen Roboter, dessen Gliedmaßen bei jeder Bewegung Geräusche machen, die der Mann mit seinem Mund erzeugt. Xavier Le Roys Solo ?Self Unfinished? beginnt mit einer erheiternden Szene, die auf eine Zerlegung und erstaunliche Verwandlung des Körpers hinausläuft. Das vor zwölf Jahren entstandene Stück, das seitdem bei so gut wie allen wichtigen zeitgenössischen Festivals Europas gezeigt wurde, gilt als eine der bedeutendsten Arbeiten des choreografischen Konzeptualismus.
?Self Unfinished? wurde mit den bis dahin entstandenen Stücken von Jérôme Bel als eine grundsätzliche Herausforderung an den Tanz empfunden, weil es ganz ohne herkömmliche Tanzbewegungen auskommt.

?'Self-Unfinished' - die weltberühmte Performance Xavier Le Roys von 1998 (...) arbeitet mit der Transformation von Materie und provoziert Seh- wie auch Theatergewohnheiten. Der in Berlin lebende Franzose gehört - wie sein Landsmann Jérôme Bel und die (...) Amerikanerin Meg Stuart - zu jenen Tanzschaffenden, die in den neunziger Jahren begonnen haben, mit ihren Arbeiten die Originalität des Körpers in Zweifel zu ziehen, Ich-Verlust zu thematisieren und die Schnittstelle von Körper-Haben und Körper-Sein auszuloten.
Wie also den Verlust der Kontrolle darstellen? Der Körper erscheint nicht länger als Träger irgendwelcher Botschaften, sondern als zerstückeltes Gebilde, das sich, je nach Blick, neu gestaltet. Und Xavier Le Roys Leib erscheint als Körper, der zwar deutlich sichtbar ein Zentrum hat, aber keinen Kopf. Was selbstredend Täuschung ist - ist es doch der Kopf, der dieses Wesen bewegt, am Boden und im Geist. Der Tanz wird aus dem Dilemma nicht herauskommen. Xavier Le Roys 'Self- Unfinished' aber macht es zumindest sichtbar.? (Neue Zürcher Zeitung, 26.02.2001)

Dezember 11*) Publikumsgespräch mit Waffeln im Anschluss an die Vorstellung

Von und mit: Xavier Le Roy
Nach einer Zusammenarbeit mit: Laurent Goldring
Musik: Diana Ross

Eine Produktion von in situ productions und Le Kwatt in Koproduktion mit Substanz Cottbus, TIF Staatsschauspiel Dresden und Fonds Darstellende Künste e.v. aus Mitteln des Bundesministeriums des Innern.
Gefördert aus Mitteln des Regierenden Bürgermeisters von Berlin ? Senatskanzlei ? Kulturelle Angelegenheiten. Mit freundlicher Unterstützung von TanzWerkstatt und Podewil Berlin.
Diese Veranstaltung wird ermöglicht durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ im Rahmen der Gastspielförderung Tanz aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kultur- und Kunstministerien der Länder.

www.xavierleroy.com

Foto © Katrin Schoof

Aufführungen

dezember 2010
11 
20:00 UHR


ORT
Festsaal
















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