| Godzilla quält sich aus seiner Wohnung, die Treppe hinunter. Die Stadt ist grau und kalt, das hat er schon aus dem Fenster gesehen, das wird heute alles nichts. Auf der Straße sieht Godzilla sich vorsichtig um. Seit Tagen wird er von Edie Sedgwick verfolgt. Heute: niemand da. Godzilla fühlt sich frei. Schneewittchen ist Sekretärin des SPD-Ortsvereins Schachthausen. Die Satzung soll geändert werden. Alle sieben Zwerge wollen in den Vorstand. Aber die Parteizentrale in Berlin sperrt sich. Für die Probleme der Basis fehlt den Funktionären in der Hauptstadt das Verständnis. Dann setzt die Arbeiterbewegung sich in Bewegung. Mit langsamen Schritten schleppt sie sich ans Meer. Mit ihrem riesigen Schwanz schlägt sie noch ein paar Ölraffinerien zu Brei. Die Düsenjäger des Großkaptials feuern gnadenlos Raketen auf ihren hässlichen pockennarbigen Panzer ab. Waidwund und blutend jault sie auf. Sie geht ins Wasser. Sie versinkt. Sie ist weg. Godzilla, Schneewittchen, der Arbeiter und die Kunst sitzen am Ufer und winken. Was nun? Godzilla schafft es noch rechtzeitig zu seinem Termin. Im Jobcenter sagt die Betreuerin: "Sie sind schwer zu vermitteln, bleiben Sie doch Künstler." Der zweite Streich von bösediva in den Sophiensaelen nach LOU BLUE im September 2009. Ein Abend des Fado-Camp-Popart-Theaters nach Vorschrift der Satzung des Internationalen Sekretariats für neosurrealistische Bühnenkunst. Godzilla: Martin Clausen Schneewittchen: Elisa Duca Die Kunst: Lígia Soares Der Arbeiter: Robin Detje Karl Liebknecht: Jonathan Stolze Musik: Jochen Arbeit Chefdramaturg: Michael Eberth Godzillakostüm: Nina Claasen Assistenz: Lydia Merkel Dank an: Ulf Schwurack Eine Produktion von bösediva, Sophiensaele und Associazione Culturale Ca' Rossa, Bologna. www.boesediva.de Trailer hier: www.boesediva.de/godzilla.html Foto © bösediva zurück |
Aufführungen 2010 Februar 17)(18 21 Uhr Ort Virchowsaal |